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Nutztiere: Rind und Schwein

Ein Tag mit Kuh Berta und zwei Schweinehöfe im Vergleich — zwei Fälle vom Bauernhof bis an die Ladentheke.

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Ein Tag mit Kuh Berta

AFB I–II

Die Klasse 5b besucht einen Milchviehhof. Die Bäuerin hat einen Tag lang aufgeschrieben, was ihre Kuh Berta im Sommer tut:

TätigkeitZeit am Tag
Gras fressen auf der Weide7 Stunden
Wiederkäuen (meist im Liegen)8 Stunden
Ruhen und Schlafen ohne Kauen6 Stunden
Trinken, Laufen, zweimal Melken3 Stunden

Berta hat im Februar ihr drittes Kalb bekommen. Seitdem gibt sie jeden Tag etwa 28 Liter Milch. Die Bäuerin erzählt: „Damit Berta weiter Milch gibt, bekommt sie ungefähr jedes Jahr ein Kalb.“

  1. Lies ab, wie viele Stunden Berta am Tag frisst und wie viele Stunden sie wiederkäut.
  2. Bestimme, wie viele Stunden Berta insgesamt mit Kauen verbringt, und gib an, ob das mehr oder weniger als der halbe Tag ist.
  3. Erkläre, warum Berta viele Stunden kaut, obwohl sie in dieser Zeit gar kein neues Gras frisst.
  4. Begründe die Aussage der Bäuerin, dass Berta immer wieder ein Kalb bekommen muss, damit sie Milch gibt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Die Werte stehen in den ersten beiden Zeilen der Tabelle.
Hinweis zu Aufgabe b)
Gekaut wird beim Fressen und beim Wiederkäuen. Ein halber Tag hat 12 Stunden.
Hinweis zu Aufgabe c)
Was passiert mit dem Gras, nachdem Berta es schnell hinuntergeschluckt hat? Denk an den Pansen und das Wiederkäuen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Das Rind ist ein Säugetier. Für wen bildet ein Säugetier eigentlich Milch?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Berta frisst 7 Stunden am Tag und käut 8 Stunden wieder.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

7 h + 8 h = 15 h. Berta kaut 15 von 24 Stunden — das ist mehr als der halbe Tag (12 Stunden).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Berta ist ein Wiederkäuer. Beim Fressen kaut sie das Gras nur kurz und schluckt es in den Pansen. Dort zersetzen Bakterien das zähe Gras. Danach kommen kleine Futterballen zurück ins Maul und werden gründlich gekaut. So kann sie aus dem schwer verdaulichen Gras genug Nährstoffe gewinnen. Das Kauen ohne neues Futter ist also das Wiederkäuen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Das Rind ist ein Säugetier: Die Kuh bildet Milch, um ihr Junges zu säugen. Milch entsteht deshalb erst nach der Geburt eines Kalbes. Nach vielen Monaten wird es immer weniger Milch. Damit Berta wieder viel Milch gibt, muss sie erneut ein Kalb bekommen.

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Zwei Höfe, zwei Preise

AFB II–III

Lena und ihr Bruder Tim lesen einen Zeitungsartikel über zwei Schweinehöfe aus ihrer Gegend:

Lena sagt: „Ab jetzt kaufen wir nur noch Fleisch wie von Hof Eichengrund.“ Tim meint: „Das ist fast doppelt so teuer. Und den Schweinen ist das doch egal.“

  1. Vergleiche die Haltung der Schweine auf beiden Höfen in drei Punkten.
  2. Ordne beiden Höfen die passende Stufe der Haltungsform mit ihrem Namen zu.
  3. Erläutere am Beispiel des Wildschweins, welche natürlichen Bedürfnisse die Schweine auf Hof Eichengrund besser ausleben können.
  4. Nimm Stellung zu Tims Aussage und mache der Familie einen Vorschlag für ihren Einkauf.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Nimm die Zeilen der Tabelle als Vergleichspunkte und schreibe zu jedem Punkt beide Höfe auf.
Hinweis zu Aufgabe b)
Stufe 1 bedeutet: nur das, was das Gesetz verlangt. Ab welcher Stufe kommen die Tiere nach draußen?
Hinweis zu Aufgabe c)
Was tut ein Wildschwein im Wald den ganzen Tag? Denk an Rüsselscheibe und Schlamm.
Hinweis zu Aufgabe d)
Prüfe Tims Aussage mit deinem Wissen über das Verhalten der Schweine. Überlege dann, wie die Familie Tierwohl und Geld zusammenbringen kann.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Stall: Sonnenfeld hat einen geschlossenen Stall mit Betonboden, Eichengrund einen Stall mit Auslauf im Freien. Platz: Auf Eichengrund hat jedes Schwein doppelt so viel Platz (1,5 m² statt 0,75 m²). Beschäftigung: Auf Sonnenfeld gibt es nur eine Kette mit Holzstück, auf Eichengrund Stroh zum Wühlen und eine Suhle.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Hof Sonnenfeld: Stufe 1 „Stall“ — er erfüllt nur das Gesetz. Hof Eichengrund: Stufe 4 „Auslauf/Weide“ — die Schweine kommen nach draußen. (Für Stufe 5 „Bio“ fehlen Angaben zu Bio-Futter und Bio-Regeln.)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Das Hausschwein stammt vom Wildschwein ab und hat dessen Bedürfnisse behalten. Wildschweine wühlen mit der Rüsselscheibe im Boden nach Futter — auf Eichengrund geht das im Stroh. Sie suhlen sich im Schlamm, weil sie kaum schwitzen können — dafür gibt es auf Eichengrund die Suhle. Außerdem laufen sie viel umher und erkunden ihre Umgebung — dafür sind Platz und Auslauf wichtig.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Tims Aussage stimmt nicht: Schweine haben Bedürfnisse wie Wühlen, Suhlen und Bewegung. Fehlen sie, geht es den Tieren schlechter. Tim hat aber recht, dass das Fleisch fast doppelt so viel kostet. Ein möglicher Vorschlag: seltener Fleisch essen, dafür Fleisch aus besserer Haltung kaufen und beim Einkauf auf das Haltungsform-Siegel achten. Jede begründete Position, die beide Seiten abwägt, ist richtig.