Das Rind ist ein Wiederkäuer
Die breiten Mahlzähne des Rindes kennst du schon. Jetzt verfolgst du, wohin das Gras nach dem Schlucken wandert.
- Pflanzenfresser:Rinder fressen Gras und Heu. Gras ist zäh und schwer zu verdauen.
- Erst schlucken:Die Kuh rupft das Gras ab, kaut es nur kurz und schluckt es schnell hinunter.
- Vier Mägen:Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Der Pansen ist der größte — er fasst so viel wie eine Badewanne.
- Helfer im Pansen:Winzige Lebewesen, die Bakterien, zersetzen dort das harte Gras.
- Wiederkäuen:Kleine Futterballen kommen zurück ins Maul. Die Kuh kaut sie in Ruhe gründlich durch — viele Stunden am Tag, oft im Liegen.
- Vorteil:So holt das Rind genug Nährstoffe aus Gras. Wir Menschen könnten Gras gar nicht verdauen.
Zieh den runden Griff auf dem Streifen nach rechts (oder Pfeiltasten; Bild↑/Bild↓ springt eine Station weiter). Mit ▶ wandert das Futter von selbst. Der gewundene Weg im Rind wird unten Station für Station als gerade Strecke abgewickelt.
Halte fest: Das Futter nimmt immer denselben Weg — Maul, Pansen, Netzmagen, zum Wiederkäuen zurück ins Maul, dann Blättermagen, Labmagen und Darm.
Rind und Schwein als Nutztiere
Nutztiere hält der Mensch, weil sie ihm Nahrung und andere Produkte liefern. Das Rind:
- Milch:Eine Kuh gibt erst Milch, nachdem sie ein Kalb geboren hat. Aus Milch werden Butter, Käse und Joghurt.
- Fleisch und Leder:Rinder liefern Fleisch. Aus ihrer Haut wird Leder für Schuhe und Taschen.
- Milchrind:z. B. das schwarz-weiße Holstein-Rind. Es gibt sehr viel Milch, oft über 30 Liter am Tag.
- Fleischrind:z. B. Angus oder Charolais. Sie setzen viel Fleisch an.
- Für beides:Das Fleckvieh liefert Milch und Fleisch.
Das Schwein:
- Abstammung:Das Hausschwein stammt vom Wildschwein ab. Menschen halten Schweine seit etwa 9000 Jahren.
- Allesfresser:Es frisst Pflanzen, Wurzeln, Würmer und Essensreste. Im Stall bekommt es meist Getreide.
- Wühlen:Mit der Rüsselscheibe durchsucht es den Boden nach Futter.
- Suhlen:Schweine können kaum schwitzen. Im Schlamm kühlen sie sich ab.
- Nutzung:Fleisch und Wurst, außerdem Leder, Borsten für Pinsel und Gelatine, z. B. in Gummibärchen.
Wie die Tiere gehalten werden — und was du beim Einkauf erkennst:
- Stallhaltung:Die Tiere leben das ganze Jahr im Stall — geschützt, aber oft mit wenig Platz und wenig Beschäftigung.
- Weidehaltung:Rinder grasen im Sommer draußen auf der Weide.
- Freilandhaltung:Schweine leben draußen, mit Hütten, Suhle und Boden zum Wühlen.
- Haltungsform:Siegel auf Fleisch, Milch und Käse: Stufe 1 Stall · 2 Stall+Platz · 3 Frischluftstall · 4 Auslauf/Weide · 5 Bio. Früher gab es nur 4 Stufen. Ein staatliches Zeichen für Schweinefleisch soll ab 2027 dazukommen.
- Einkauf:Mehr Platz und Auslauf kosten den Bauern mehr — das Fleisch wird teurer. Wer auf das Siegel achtet, entscheidet mit, wie Tiere leben.
Rind und Schwein: Das Rind ist ein Wiederkäuer mit vier Mägen und liefert Milch, Fleisch und Leder. Das Schwein ist ein Allesfresser und stammt vom Wildschwein ab; wie beide gehalten wurden, zeigt die Haltungsform von Stufe 1 bis 5.
Allgemeine Hinweise
Vier Kammern, ein Weg
Genau genommen hat das Rind einen großen Magen mit vier Kammern. Das Futter läuft nicht wahllos hin und her, sondern immer in derselben Reihenfolge.
Schweine sind nicht schmutzig
Schweine suhlen sich, um sich abzukühlen — nicht aus Freude am Dreck. Ihren Liegeplatz halten sie sauber und getrennt vom Kotplatz.
Die Stufe ist keine Schulnote
Beim Haltungsform-Siegel ist 1 nicht „sehr gut“: Stufe 1 erfüllt nur das Gesetz. Je höher die Zahl, desto mehr Platz und Auslauf hatten die Tiere.
