MINT lernen

Merkmale der Säugetiere

Thermometer und Museumsschild — zwei Fälle, in denen du Säugetiermerkmale als Beweis benutzt.

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Temperatur messen im Tierheim

AFB I–II

Im Tierheim misst die Tierärztin an einem Herbsttag zweimal die Körpertemperatur ihrer Tiere: früh am Morgen im kühlen Außengehege und am Nachmittag, als die Sonne scheint. Auch eine Zauneidechse, die im Tierheim abgegeben wurde, sitzt in einem Außenterrarium und wird gemessen. Alle Tiere sind gesund.

MessungLuft morgens: 10 °CLuft nachmittags: 25 °C
Hund38,4 °C38,6 °C
Meerschweinchen38,7 °C39,0 °C
Tierpflegerin36,7 °C37,0 °C
Zauneidechse11 °C24 °C

Die Eidechse sitzt am Morgen fast bewegungslos in einer Ecke. Am Nachmittag flitzt sie schnell durch das Terrarium.

  1. Lies ab, welche Körpertemperatur der Hund am Morgen und am Nachmittag hat.
  2. Vergleiche die Körpertemperaturen von Hund und Zauneidechse im Laufe des Tages.
  3. Ermittle mithilfe der Tabelle, welche der gemessenen Lebewesen gleichwarm sind.
  4. Erkläre, warum die Eidechse am Morgen kaum läuft, der Hund aber schon früh herumtobt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Suche die Zeile „Hund“ und lies beide Spalten.
Hinweis zu Aufgabe b)
Achte darauf, wie stark sich die Werte zwischen Morgen und Nachmittag ändern — und im Vergleich zur Luft.
Hinweis zu Aufgabe c)
Gleichwarm heißt: Die Körpertemperatur bleibt fast gleich, auch wenn es draußen kälter oder wärmer wird. Die Tierpflegerin zählt mit!
Hinweis zu Aufgabe d)
Ein kalter Körper arbeitet langsam. Wer hält seine Wärme selbst?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Hund hat morgens 38,4 °C und nachmittags 38,6 °C.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Beim Hund ändert sich die Körpertemperatur kaum (nur um 0,2 °C), obwohl die Luft 15 °C wärmer wird. Die Temperatur der Eidechse steigt dagegen um 13 °C, von 11 °C auf 24 °C. Sie ist immer ungefähr so warm wie ihre Umgebung.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gleichwarm sind Hund, Meerschweinchen und die Tierpflegerin: Ihre Temperatur ändert sich um weniger als ein halbes Grad. Alle drei sind Säugetiere. Die Eidechse ist nicht gleichwarm.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Eidechse ist am Morgen fast so kalt wie die Luft. Ihr Körper arbeitet dann langsam, sie kann sich kaum bewegen. Erst die Wärme am Nachmittag macht sie schnell. Der Hund hält als gleichwarmes Säugetier seine Körpertemperatur immer bei etwa 38,5 °C — deshalb ist er auch am kühlen Morgen sofort aktiv. Sein Fell hilft ihm, die Wärme im Körper zu halten.

2

Der Schweinswal im Meeresmuseum

AFB II–III

Deine Klasse besucht auf der Klassenfahrt ein Meeresmuseum an der Ostsee. Neben einem Modell hängt dieser Steckbrief:

Schweinswal — der einzige Wal, der dauerhaft in der Ostsee lebt

Länge: bis 1,80 m · Körper glatt, mit Flossen · dicke Speckschicht unter der Haut

Taucht alle paar Minuten auf, um durch das Blasloch auf dem Kopf Luft zu holen.

Im Sommer bringt das Weibchen ein Kalb zur Welt. Es wird etwa acht Monate lang gesäugt.

Neugeborene Kälber haben einige Tasthaare an der Schnauze. Körpertemperatur: etwa 37 °C.

Gefahr: Schweinswale verfangen sich oft in Stellnetzen von Fischern.

Jonas liest den Steckbrief und sagt: „Der Schweinswal ist doch ein Fisch. Er lebt im Wasser und hat Flossen.“

  1. Nenne vier Säugetiermerkmale, die im Steckbrief beschrieben sind.
  2. Überprüfe die Aussage von Jonas.
  3. Erläutere, warum ein Schweinswal, der sich in einem Netz unter Wasser verfängt, sterben kann.
  4. Das Museum möchte das Modell in den Raum „Fische der Ostsee“ zwischen Hering und Dorsch hängen. Beurteile diesen Plan.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Lies jede Zeile des Steckbriefs und suche Haare, Geburt, Milch, Temperatur und Atmung.
Hinweis zu Aufgabe b)
Welche Merkmale nennt Jonas? Sagen Lebensraum und Flossen etwas über die Tiergruppe?
Hinweis zu Aufgabe c)
Womit atmet der Schweinswal — und wo bekommt er seine Luft her?
Hinweis zu Aufgabe d)
Überlege, was Besucherinnen und Besucher aus dem Platz im Museum lernen würden.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Zum Beispiel: Tasthaare (Haare), das Kalb wird lebend geboren, das Kalb wird gesäugt, Körpertemperatur etwa 37 °C (gleichwarm), atmet Luft mit Lungen durch das Blasloch. Vier davon genügen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Aussage stimmt nicht. Jonas schließt vom Lebensraum und von den Flossen auf die Tiergruppe — das täuscht. Entscheidend sind die Merkmale: Der Schweinswal hat Haare, säugt sein Kalb mit Milch und atmet mit Lungen. Er ist ein Säugetier.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Schweinswal atmet mit Lungen und hat keine Kiemen. Er kann Luft nur an der Wasseroberfläche holen. Hängt er im Netz unter Wasser fest, kommt er nicht mehr nach oben. Nach einigen Minuten geht ihm die Luft aus und er ertrinkt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der Plan ist nicht gut. Hering und Dorsch sind Fische, der Schweinswal ist ein Säugetier. Wer ihn dort sieht, lernt etwas Falsches — genau den Fehler, den Jonas gemacht hat. Besser wäre ein eigener Bereich für Meeressäugetiere, z. B. zusammen mit dem Seehund. Wer den Platz trotzdem behalten will, braucht mindestens ein Schild: „Kein Fisch, sondern ein Säugetier“ — mit Begründung.