MINT lernen

Kennzeichen der Lebewesen

Ein Aquarium voller Beobachtungen und ein Dino, der „schlüpft“ — was davon ist wirklich lebendig?

Dein Fortschritt:
0 / 0 Aufgaben
1

Das Aquarium der Klasse 5b

AFB I–II

Die Klasse 5b pflegt ein Aquarium mit Guppys, der Wasserpflanze Wasserpest, Kies und einer Luftpumpe. Drei Wochen lang schreiben die Kinder auf, was ihnen auffällt:

TagBeobachtung
1Sobald der Deckel geöffnet wird, schwimmen die Guppys nach oben zur Futterstelle.
3Aus dem Schlauch der Pumpe steigen ständig Luftblasen nach oben.
5Die Stängel der Wasserpest sind 4 cm länger geworden.
8Am Boden liegen dunkle Kotkrümel der Guppys.
12Ein Guppy-Weibchen hat 14 Junge geboren.
21Die Jungfische sind größer geworden und bekommen die ersten bunten Farben.
  1. Nenne zu jeder Beobachtung das Kennzeichen des Lebendigen, das sie zeigt. Schreibe „keins“, wenn keines passt.
  2. Ordne die sechs Dinge im Aquarium zu: Guppy, Wasserpest, Kies, Wasser, Luftpumpe, Luftblasen. Sind sie lebendig oder unbelebt?
  3. Erkläre, warum die Luftblasen kein Kennzeichen des Lebendigen zeigen, obwohl sie sich bewegen.
  4. Begründe, dass die Wasserpest ein Lebewesen ist, obwohl sie in der Tabelle nur einmal vorkommt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Manche Beobachtungen zeigen sogar zwei Kennzeichen. Eine zeigt gar keines.
Hinweis zu Aufgabe b)
Die Wasserpest ist eine Pflanze. Was davon hat jemals gelebt?
Hinweis zu Aufgabe c)
Wer oder was treibt die Luftblasen an? Und welche anderen Kennzeichen fehlen ihnen?
Hinweis zu Aufgabe d)
Geh alle sechs Kennzeichen durch. Denk daran, dass Pflanzen vieles sehr langsam tun — und dass drei Wochen kurz sind.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Tag 1: Reizbarkeit (das Öffnen des Deckels ist ein Reiz) und Bewegung. Tag 3: keins. Tag 5: Wachstum. Tag 8: Stoffwechsel (Ausscheidung). Tag 12: Fortpflanzung. Tag 21: Wachstum und Entwicklung (die Farben kommen neu dazu).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Lebendig: Guppy, Wasserpest. Unbelebt: Kies, Wasser, Luftpumpe, Luftblasen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Luftblasen bewegen sich nicht aus eigener Kraft: Die Pumpe drückt die Luft in den Schlauch, und im Wasser steigt Luft von selbst nach oben. Außerdem fehlen alle anderen Kennzeichen — die Blasen reagieren auf nichts, fressen nicht, wachsen nicht von innen und bekommen keine Nachkommen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Tabelle zeigt nur ihr Wachstum. Die Wasserpest zeigt aber auch die anderen Kennzeichen, nur langsam oder unauffällig: Sie nimmt Wasser und Licht auf (Stoffwechsel), ihre Stängel wachsen zum Licht hin (Reizbarkeit und langsame Bewegung), sie verändert sich im Lauf ihres Lebens (Entwicklung) und aus abgebrochenen Stücken wachsen neue Pflanzen (Fortpflanzung). In drei Wochen haben die Kinder nicht alles bemerkt. Weil sie alle sechs Kennzeichen zeigt, ist sie ein Lebewesen.

2

Das Dino-Ei zum Selberzüchten

AFB II–III

Leon bekommt zum Geburtstag ein „Dino-Ei zum Selberzüchten“. Auf der Packung steht:

„Leg das Ei in ein Glas Wasser — nach drei Tagen schlüpft dein Dino und wächst und wächst! Ein lebendiger Spaß!“

Leon beobachtet eine Woche lang. Danach nimmt er den Dino aus dem Wasser und legt ihn aufs Regal. Nach vier Tagen im Trockenen ist der Dino wieder so klein wie am dritten Tag.

Tag 0 3 cm Tag 3 5 cm Tag 7 18 cm
Leons Beobachtung: Länge des Dinos im Wasserglas.
  1. Beschreibe, welche Kennzeichen des Lebendigen der Dino zu zeigen scheint.
  2. Vergleiche den Dino mit einem Küken, das aus einem echten Hühnerei schlüpft.
  3. Überprüfe Leons Aussage: „Mein Dino lebt, denn er wächst!“
  4. Nimm Stellung zu dem Satz auf der Packung: „Ein lebendiger Spaß!“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Schau auf die Abbildung: Was passiert mit der Größe? Und was sieht aus wie „Schlüpfen“?
Hinweis zu Aufgabe b)
Geh die sechs Kennzeichen durch: Was tut ein Küken nach dem Schlüpfen, was der Dino nicht tut?
Hinweis zu Aufgabe c)
Was passiert, wenn der Dino aus dem Wasser kommt? Wächst ein Lebewesen so?
Hinweis zu Aufgabe d)
Überlege, wie der Satz gemeint ist — und was ein jüngeres Kind daraus schließen könnte.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Dino scheint zu wachsen: Er wird von 3 cm auf 18 cm größer. Er scheint sich zu entwickeln: Aus einem Ei „schlüpft“ ein Dino. Man könnte auch meinen, er nimmt etwas auf (Wasser) wie beim Stoffwechsel.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Gemeinsam: Beide kommen aus einem Ei und werden danach größer. Unterschiede: Das Küken bewegt sich selbst, reagiert auf Reize (z. B. auf die Stimme der Henne), frisst und scheidet aus, wächst von innen und wird später zu einem Huhn, das selbst Eier legt. Der Dino bewegt sich nicht, reagiert auf nichts, frisst nicht und bekommt nie Nachkommen. Er wird nur größer, weil er Wasser aufsaugt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Aussage stimmt nicht. Das „Wachsen“ ist nur Schein: Der Dino saugt Wasser auf wie ein Schwamm. Im Trockenen gibt er es wieder ab und schrumpft. Ein Lebewesen wächst dagegen, weil es von innen neue Körperteile aufbaut. Außerdem reicht ein einzelnes Kennzeichen nie aus — Bewegung, Reizbarkeit, echter Stoffwechsel und Fortpflanzung fehlen ganz. Der Dino ist unbelebt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Zum Beispiel: Als Werbung soll der Satz nur sagen, dass das Spielzeug Spaß macht und sich verändert. Wörtlich genommen ist er aber falsch, denn der Dino ist nicht lebendig. Jüngere Kinder könnten glauben, sie hätten ein echtes Tier, und es füttern wollen oder traurig sein, wenn es „schrumpft“. Ich finde den Satz deshalb irreführend. Besser wäre z. B. „Ein Spaß zum Staunen!“ — eine begründete andere Meinung ist ebenfalls möglich.