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Probeklausur

Neunzig Minuten, fünfzig Punkte, vier Aufgaben mit Material — so fühlt sich die echte Klausur zur Immunabwehr an.

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AFB I

Wissen und Reproduzieren

12 Punkte
A1
Befunde in einer T-Helferzelle
AFB I 12 Punkte

Forschende untersuchen T-Helferzellen zu verschiedenen Zeitpunkten nach einer Infektion mit HIV im Elektronenmikroskop und mit Farbmarkierungen (M1).

M1 Befunde in einer infizierten T-Helferzelle

BefundBeobachtung
1Die Hüllmembran eines Virus ist in die Zellmembran übergegangen, das Kapsid liegt im Cytoplasma.
2Im Cytoplasma findet man DNA mit der Basenfolge des Virus-Erbguts.
3Virus-DNA ist fest mit der DNA eines Chromosoms verbunden.
4An der Zellmembran wölben sich kugelige Strukturen nach außen.
5Freie Viren enthalten lange Vorläuferproteine, die nach und nach zerschnitten werden.
6Ein Virus haftet mit seinen Glykoproteinen an der Zelloberfläche.
a) Ordne jedem Befund aus M1 den Schritt des Vermehrungszyklus zu. 6 P
b) Nenne die Bestandteile, die von der Wirtszelle stammen. (mehrere Antworten richtig) 4 P
c) Gib an, warum HIV vor allem T-Helferzellen befällt. 2 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) 1 Fusion, 2 reverse Transkription, 3 Integration, 4 Knospung, 5 Reifung, 6 Andocken (je 1 P). b) Lipide der Hülle, Ribosomen, Nukleotide stammen von der Zelle; reverse Transkriptase und das gp120-Gen bringt das Virus mit (je richtiges Kreuz 1 P, falsche Kreuze heben Treffer auf). c) gp120 passt nur zu CD4 (Wirtsspezifität) (2 P).

AFB II

Zusammenhänge herstellen

26 Punkte
A2
Mäuse ohne CD4- oder CD8-Zellen
AFB II 14 Punkte

Drei Gruppen von Mäusen werden mit dem gleichen Virus infiziert. Zehn Tage später misst man Antikörper gegen das Virus und die Zahl infizierter Zellen, die durch Apoptose beseitigt wurden (M2).

M2 Ergebnisse zehn Tage nach der Infektion

GruppeBehandlung vor der InfektionAntikörper (rel.)beseitigte infizierte Zellen (rel.)
Akeine100100
Balle Zellen mit CD4 entfernt510
Calle Zellen mit CD8 entfernt958

Werte relativ zu Gruppe A (= 100).

a) Erkläre die Ergebnisse, indem du jeder Gruppe die passende Erklärung zuordnest. 6 P
b) Berechne, um welchen Faktor die Antikörpermenge in Gruppe B kleiner ist als in Gruppe A. 2 P
c) Erläutere die humorale Immunantwort in Gruppe A. Wähle die zutreffenden Schritte. (mehrere Antworten richtig) 4 P
d) Begründe, warum in Gruppe C trotz vieler Antikörper die Infektion länger dauert. 2 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) A: beide Arme intakt; B: ohne T-Helferzellen keine Interleukine → kaum Antikörper und kaum Apoptose; C: ohne zytotoxische T-Zellen normale Antikörper, aber kaum Apoptose (je 2 P). b) 100 : 5 = 20 (2 P). c) Bindung und MHC-II-Präsentation, Interleukine der T-Helferzelle, Plasmazellen bilden Antikörper (4 P, falsche Kreuze heben Treffer auf). d) Antikörper wirken nur außerhalb von Zellen (2 P).

A3
Zwei Antigene, zwei Verläufe
AFB II 12 Punkte

Einem Kaninchen wird an Tag 0 Antigen X injiziert, an Tag 40 ein Gemisch aus Antigen X und Antigen Y. M3 zeigt die Antikörperkonzentrationen.

M3 Antikörper gegen X und Y (relative Einheiten)

TagAnti-XAnti-Y
000
50,50
1280
2040
4010
43600
472401
522009
601504
a) Entnimm M3 das Maximum von Anti-X nach der ersten und nach der zweiten Injektion. 4 P
Einheiten
Einheiten
b) Berechne das Verhältnis der beiden Maxima von Anti-X. 2 P
c) Leite aus M3 das Phänomen der erworbenen Immunität ab. Wähle die zutreffenden Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 6 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) 8 und 240 Einheiten (je 2 P). b) 240 : 8 = 30 (2 P). c) Sekundäre Antwort gegen X schneller und stärker, gegen Y primärer Verlauf, Ursache Gedächtniszellen; die Antikörper der ersten Antwort waren an Tag 40 fast abgebaut, das Gedächtnis ist spezifisch (6 P, falsche Kreuze heben Treffer auf).

AFB III

Verallgemeinern und beurteilen

12 Punkte
A4
Mumps in der Stadt
AFB III 12 Punkte

In einer Stadt kommt es zu einem Mumpsausbruch. Ein Elternbrief behauptet: „Die Impfung wirkt nicht — die meisten Erkrankten waren geimpft.“ M4 enthält Daten dazu.

M4 Daten zum Mumpsausbruch

GrößeWert
Basisreproduktionszahl R₀ von Mumps5
Impfquote q in der Stadt85 %
Wirksamkeit E des Impfstoffs88 %
Erkrankte Geimpfte51 von 8 500
Erkrankte Ungeimpfte45 von 1 500
a) Berechne die Herdenschutz-Schwelle qkrit für einen perfekten Impfstoff in Prozent. 2 P
%
b) Berechne den Anteil tatsächlich immuner Menschen q · E in Prozent. 2 P
%
c) Beurteile mit deinen Ergebnissen, ob in der Stadt Herdenschutz besteht. 2 P
d) Nimm zur Aussage des Elternbriefs Stellung. Wähle die wissenschaftlich haltbaren Argumente. (mehrere Antworten richtig) 6 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) 1 − 1/5 = 0,8 = 80 % (2 P). b) 0,85 · 0,88 = 0,748 = 74,8 % (2 P). c) 74,8 % < 80 %: R = 5 · (1 − 0,748) = 1,26 > 1, kein Herdenschutz (2 P). d) Raten statt absoluter Zahlen: 51/8 500 = 0,6 %, 45/1 500 = 3 %, Risiko ohne Impfung etwa fünfmal höher; viele Geimpfte erkranken nur, weil fast alle geimpft sind (6 P, falsche Kreuze heben Treffer auf).

Ergebnis

Erreicht
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Prozent
0 %
Note
—
AufgabeThemaPunkte

Punkteverteilung

AufgabeThemaAFBPunkte
A1Vermehrungszyklus von HIVAFB I12
A2Humorale und zelluläre ImmunantwortAFB II14
A3Primäre und sekundäre ImmunantwortAFB II12
A4Impfung und HerdenschutzAFB III12
Summe (AFB I: 12 P · AFB II: 26 P · AFB III: 12 P)50

Notenschema

PunkteNoteBeurteilung
46 – 50 P1sehr gut
40 – 45 P2gut
30 – 39 P3befriedigend
22 – 29 P4ausreichend
12 – 21 P5mangelhaft
0 – 11 P6ungenügend