Antikörper nach zwei Kontakten
AFB I–IIEinem Kaninchen wird an Tag 0 und an Tag 30 dasselbe Protein aus Hühnereiweiß gespritzt. Gemessen wird die Konzentration passender Antikörper (relative Einheiten):
| Tag | 0 | 5 | 10 | 15 | 20 | 30 | 33 | 38 | 45 | 60 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzentration | 0 | 0,2 | 4 | 8 | 5 | 1 | 30 | 200 | 170 | 90 |
- Zeichne ein Diagramm der Antikörperkonzentration gegen die Zeit.
- Entnimm dem Diagramm die Maxima beider Antworten und den Zeitraum bis zum Maximum.
- Vergleiche die beiden Immunantworten.
- Erkläre die Unterschiede mit der Funktion der Gedächtniszellen.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Achsen beschriftet (Zeit in Tagen; Antikörperkonzentration in relativen Einheiten), Messpunkte eingetragen und verbunden; Pfeile für die Injektionen bei Tag 0 und 30.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Primär: Maximum etwa 8 an Tag 15, also etwa 15 Tage nach der Injektion. Sekundär: Maximum etwa 200 an Tag 38, also etwa 8 Tage nach der Injektion.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die sekundäre Antwort beginnt schneller (schon nach 3 Tagen deutlich erhöht), erreicht ein etwa 25-mal höheres Maximum und fällt langsamer ab.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Nach der ersten Antwort bleiben B-Gedächtniszellen mit passendem Rezeptor in großer Zahl erhalten. Beim zweiten Kontakt werden viele Zellen sofort aktiviert und bilden rasch Plasmazellen — Auswahl und langsame Vermehrung entfallen.
Ein Leben lang geschützt?
AFB II–IIINach einem Masernausbruch auf den Färöer-Inseln 1846 erkrankte kein Mensch erneut, der den letzten Ausbruch 65 Jahre zuvor überstanden hatte. Gegen Grippe dagegen kann man jedes Jahr wieder erkranken. Beim Keuchhusten lässt der Schutz nach Impfung oder Erkrankung nach etwa 5–10 Jahren nach.
- Werte den Befund von den Färöer-Inseln im Hinblick auf das Immungedächtnis aus.
- Begründe, warum man trotz Gedächtnis jährlich an Grippe erkranken kann.
- Stelle eine Vermutung auf, warum der Schutz beim Keuchhusten nachlässt.
- Beurteile die Aussage: „Wer einmal krank war, braucht nie wieder eine Impfung.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Ohne neue Masernkontakte blieb der Schutz 65 Jahre erhalten; Gedächtniszellen gegen Masern können also Jahrzehnte überleben und bei Kontakt eine sekundäre Antwort auslösen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Grippeviren verändern ihre Oberflächenproteine laufend; die neuen Antigene passen nicht mehr zu den vorhandenen Gedächtniszellen, sodass eine neue primäre Antwort nötig ist.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Mögliche Vermutung: Die Gedächtniszellen gegen Keuchhusten-Antigene werden weniger oder sind kurzlebiger; zudem sinkt der Antikörperspiegel, und ohne erneuten Kontakt wird das Gedächtnis nicht aufgefrischt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Aussage ist zu pauschal: Sie trifft bei Masern weitgehend zu, nicht aber bei Grippe (veränderte Antigene) oder Keuchhusten (nachlassender Schutz). Zudem schützt eine Krankheit nur gegen diesen Erreger; andere Impfungen bleiben nötig.
