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Gedächtniszellen

Warum bekommt man Windpocken nur einmal? Die Antwort steckt in Zellen, die jahrzehntelang auf ein Wiedersehen warten.

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Primäre und sekundäre Immunantwort

Wie gut der Körper „sich erinnert“, lässt sich an der Antikörperkonzentration im Blut ablesen.

  • Primäre Antwort:beim ersten Kontakt mit einem Antigen: Antikörper erst nach etwa 5–7 Tagen nachweisbar, Maximum nach rund 2 Wochen, dann Abfall.
  • Warum so langsam?:Nur wenige passende Lymphozyten sind vorhanden; Auswahl, Aktivierung und Vermehrung zum Klon brauchen Zeit (2.2.1).
  • Sekundäre Antwort:beim erneuten Kontakt mit demselben Antigen: Antikörper schon nach 1–3 Tagen, Maximum 10- bis 100-mal höher, hält deutlich länger an.
  • Spezifität:Ein neues Antigen löst auch später nur eine primäre Antwort aus — das Gedächtnis gilt immer für ein bestimmtes Antigen.
  • Ablesen:Im Diagramm der Antikörperkonzentration: Beginn (Latenzzeit), Anstieg, Maximum und Dauer vergleichen.
Merke

Sekundäre Immunantwort: schneller, stärker und länger anhaltend als die primäre — aber nur gegen dasselbe Antigen.

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Informationsspeicherung in Gedächtniszellen

Das Immunsystem lernt nicht durch Umbauen, sondern durch Vermehren und Aufbewahren.

  • B-Gedächtniszellen:entstehen bei der klonalen Expansion neben den Plasmazellen; sie tragen denselben Rezeptor wie die ausgewählte B-Zelle.
  • Speicherung:Die „Information“ über das Antigen steckt in der Zahl der passenden Zellen: Statt weniger naiver B-Zellen gibt es nun einen großen Vorrat.
  • Langlebigkeit:Gedächtniszellen überleben Jahre bis Jahrzehnte, ohne Antikörper zu bilden.
  • Erneute Infektion:Gedächtniszellen erkennen das Antigen sofort, werden schnell aktiviert und bilden rasch viele Plasmazellen — der Erreger wird meist bekämpft, bevor Symptome auftreten.
  • T-Gedächtniszellen:halten ebenso Klone von T-Helferzellen und zytotoxischen T-Zellen bereit.
  • Immunität:Schutz vor Erkrankung durch ein bestimmtes Antigen — erworben durch Infektion oder Impfung (2.3.2).
Merke

Immunologisches Gedächtnis: B- und T-Gedächtniszellen speichern die Information über ein Antigen als großen, langlebigen Zellvorrat → erworbene Immunität.

Ein Mensch hat an Tag 0 zum ersten Mal Kontakt mit Antigen A, an Tag 50 erneut — und dazu erstmals mit Antigen B. Ziehe die Folie mit der zweiten Antwort nach links, bis ihr Kontakt-Tag auf Tag 0 liegt — per Maus oder nach Tab mit den Pfeiltasten. So liegen erste und zweite Antwort übereinander.

Erste und zweite Begegnung übereinanderlegen

Halte fest: Übereinandergelegt zeigt sich der Unterschied sofort — die zweite Antwort beginnt früher, steigt steiler an und erreicht ein vielfach höheres Maximum. Gegen Antigen B verläuft sie an Tag 50 wie eine erste Antwort.

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Allgemeine Hinweise

Antikörper sind nicht das Gedächtnis

Die Antikörper aus der ersten Infektion werden nach Wochen abgebaut. Was bleibt, sind die Gedächtniszellen.

Diagramme lesen

Achte auf die Achsen: Oft ist die Konzentration logarithmisch aufgetragen — dann bedeutet eine Stufe den Faktor 10.

Gedächtnis ist spezifisch

Wer Masern hatte, ist gegen Masern immun, nicht gegen Mumps. Bei Grippe verändern sich die Antigene jedes Jahr — deshalb schützt die alte Antwort kaum.

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