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Typische Fehler

Zwölf Stolperfallen rund um Chromosomen, Mitose und Klonen — und wie du sie vermeidest.

Hier sind die 12 häufigsten Fehler zum Kapitel „Zellkern und Zellteilung“ — vom Zählen der Chromosomen über die Mitosephasen bis zum Klonen. Lies sie durch: Wer einen Fehler kennt, macht ihn seltener.

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Die 12 häufigsten Fehler

1Chromatiden als Chromosomen zählen

So wird es oft gemacht: „Im Karyogramm sieht man 92 Chromosomen.“

Richtig ist: Jedes X ist ein Chromosom mit zwei Chromatiden. Gezählt wird am Zentromer: 46 Chromosomen, 92 Chromatiden.

Ein Zentromer = ein Chromosom.

2Chromatid und Chromatin verwechseln

So wird es oft gemacht: „In der Interphase liegen die Chromatiden locker im Kern.“

Richtig ist: Die lockere Erbsubstanz heißt Chromatin. Ein Chromatid ist ein Längsstrang eines Chromosoms.

Chromat-in = im Kern locker, Chromat-id = Teil des Chromosoms.

3Mitose als Halbierung sehen

So wird es oft gemacht: „Nach der Mitose hat jede Tochterzelle 23 Chromosomen.“

Richtig ist: Die Mitose erhält die Chromosomenzahl: Jede Tochterzelle hat 46. Halbiert wird erst in der Meiose.

Mitose: 2n → 2n.

4Homologe Chromosomen trennen

So wird es oft gemacht: „In der Anaphase werden die homologen Chromosomen getrennt.“

Richtig ist: In der Mitose werden die Schwesterchromatiden eines Chromosoms getrennt.

Mitose trennt Schwestern.

5DNA in der Mitose verdoppeln

So wird es oft gemacht: „In der Prophase wird die DNA verdoppelt.“

Richtig ist: Die DNA wird in der S-Phase der Interphase verdoppelt — vor der Mitose.

S wie Synthese.

6Interphase als Ruhe

So wird es oft gemacht: „In der Interphase ruht die Zelle.“

Richtig ist: In der Interphase wächst die Zelle, bildet Stoffe und verdoppelt ihre DNA — sie ist die aktivste Phase.

Interphase = Arbeitsphase.

7Den ersten Hut deuten

So wird es oft gemacht: „Nach dem Pfropfen wächst eine Mischform — also bestimmen Kern und Stiel gemeinsam.“

Richtig ist: Der erste Hut enthält noch Botenstoffe des alten Kerns. Erst der zweite Hut zeigt die Wirkung des neuen Kerns.

Erst der zweite Hut zählt.

8Beobachtung mit Deutung mischen

So wird es oft gemacht: „Man sieht, dass der Kern die Hutform bestimmt.“

Richtig ist: Man sieht einen gelappten Hut (Beobachtung). Dass der Kern ihn bestimmt, ist die Deutung.

Erst beschreiben, dann deuten.

9X und Y für homolog halten

So wird es oft gemacht: „Beim Mann bilden X und Y ein homologes Paar wie die Autosomen.“

Richtig ist: X und Y unterscheiden sich in Größe, Zentromerlage und Genen. Nur bei der Frau sind die Gonosomen (XX) homolog.

Homolog = gleich gebaut.

10Viele Chromosomen = hoch entwickelt

So wird es oft gemacht: „Der Hund hat 78 Chromosomen, also mehr Gene als der Mensch.“

Richtig ist: Die Chromosomenzahl ist artspezifisch, sagt aber nichts über Genzahl oder Entwicklungshöhe.

Zahl ≠ Rang.

11Die Leihmutter für die Genquelle halten

So wird es oft gemacht: „Dolly sah aus wie ihre Leihmutter, weil sie in ihr heranwuchs.“

Richtig ist: Die Merkmale stammen vom Kernspender. Die Leihmutter trägt nur aus.

Kern bestimmt, Leihmutter trägt.

12Klone für identisch halten

So wird es oft gemacht: „Ein geklonter Hund ist genau derselbe Hund wie vorher.“

Richtig ist: Ein Klon ist erbgleich, beginnt aber als Embryo und wird durch Umwelt und Erfahrungen geprägt.

Erbgleich ist nicht gleich.