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Klonen durch Kerntransfer

Zwei Aufgaben: das Klonschaf Dolly und die Frage, ob Klonen von Tieren erlaubt sein soll.

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Dolly

AFB I–II

Im Roslin-Institut in Schottland entnahmen Forschende einem sechs Jahre alten Finn-Dorset-Schaf (weißes Gesicht) eine Euterzelle. Einem Schottischen Schwarzkopfschaf (schwarzes Gesicht) entnahmen sie eine Eizelle und entfernten ihren Kern. Beide Zellen wurden durch einen Stromstoß verschmolzen. Der entstandene Embryo wurde einem weiteren Schwarzkopfschaf eingesetzt. Am 5. Juli 1996 wurde Dolly geboren.

  1. Beschreibe das Verfahren in einem Fließschema.
  2. Begründe , welches Gesicht Dolly hatte.
  3. Erkläre , warum man eine Eizelle und nicht einfach die Euterzelle allein verwendet.
  4. Erläutere , warum das Schwarzkopfschaf als Eizellspenderin gut gewählt war.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Zwei Zellen → Verschmelzen → Embryo → Leihmutter.
Hinweis zu Aufgabe b)
Woher stammt der Kern?
Hinweis zu Aufgabe c)
Was kann die Eizelle?
Hinweis zu Aufgabe d)
Wie hätte man sonst den Erfolg erkannt?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Euterzelle (Finn-Dorset) + entkernte Eizelle (Schwarzkopf) → Stromstoß: Verschmelzung → Mitosen: Embryo → Einsetzen in Leihmutter (Schwarzkopf) → Geburt von Dolly.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Dolly hatte ein weißes Gesicht. Die Erbinformation stammt aus dem Kern der Euterzelle des Finn-Dorset-Schafs; die Eizelle war entkernt, die Leihmutter trägt nur aus.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Nur das Zellplasma einer Eizelle kann einen Kern so umstellen, dass die Entwicklung eines ganzen Embryos startet. Eine Euterzelle allein würde sich höchstens zu weiteren Euterzellen teilen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Weil Eizellspenderin und Leihmutter ein schwarzes Gesicht hatten, der Kernspender aber ein weißes, war am Lamm sofort zu erkennen, dass seine Merkmale vom Kernspender stammen — ein sichtbarer Beleg für den Kerntransfer.

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Soll man Tiere klonen?

AFB II–III

Ein Unternehmen bietet an, gegen Bezahlung verstorbene Haustiere zu klonen. In der Landwirtschaft werden vereinzelt besonders leistungsfähige Rinder geklont. Tierschutzverbände kritisieren, dass viele Embryonen sterben und geklonte Tiere häufiger krank sind.

  1. Nenne je zwei Argumente für und gegen das Klonen von Tieren.
  2. Erkläre , warum ein geklonter Hund seinem verstorbenen Vorbild nicht in allem gleicht.
  3. Beurteile den Nutzen des Klonens für den Artenschutz.
  4. Nimm begründet Stellung zum Angebot, Haustiere zu klonen.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Nutzen und Tierwohl.
Hinweis zu Aufgabe b)
Umwelt und Erfahrungen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Vielfalt einer Population.
Hinweis zu Aufgabe d)
Argumente abwägen, eigene Position.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Pro: Vervielfältigung leistungsstarker Zuchttiere; Erhalt bedrohter Arten. Contra: viele Fehlversuche und kranke Tiere (Tierleid); geringere genetische Vielfalt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Klon ist erbgleich, wächst aber in einer anderen Umwelt auf, bekommt anderes Futter und macht andere Erfahrungen. Verhalten und manche äußere Merkmale werden auch dadurch geprägt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Klonen kann einzelne Tiere einer seltenen Art erhalten. Alle Klone haben aber dieselben Gene; eine Population aus Klonen ist anfällig für Krankheiten. Für den Artenschutz ist der Erhalt der Lebensräume wichtiger; Klonen ist höchstens eine Ergänzung.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Individuelle Lösung mit Abwägung, z. B.: Das Angebot verspricht eine „Rückkehr“ des Tieres, die es nicht gibt, und nimmt Tierleid durch Fehlversuche in Kauf. Deshalb lehne ich es ab. (Auch eine begründete Zustimmung ist möglich.)