Ein Karyogramm
AFB I–IIDas Karyogramm eines Neugeborenen zeigt 47 Chromosomen. Das Chromosom 21 liegt dreimal vor, die Geschlechtschromosomen sind XX.
- Gib die Chromosomenzahl und das Geschlecht des Kindes an.
- Nenne die Bezeichnung dieser Genommutation.
- Beschreibe , wie die Trisomie bei der Bildung der Eizelle entstehen kann.
- Erkläre , warum das Risiko für Trisomie 21 mit dem Alter der Mutter steigt.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
47 Chromosomen; das Kind ist ein Mädchen (XX).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Trisomie 21 (Down-Syndrom).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
In der Meiose I werden die beiden homologen Chromosomen 21 nicht getrennt (Non-Disjunction). Beide gelangen in dieselbe Zelle, sodass eine Eizelle mit 24 Chromosomen entsteht. Nach der Befruchtung mit einer normalen Spermienzelle (23) hat die Zygote 47 Chromosomen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Meiose der Eizellen beginnt schon vor der Geburt und ruht dann in der Meiose I bis zum Eisprung — bei älteren Müttern jahrzehntelang. In dieser Zeit wird die Trennung der Homologen störanfälliger, Non-Disjunction wird häufiger.
Veränderte Genorte
AFB II–IIIAuf einem Chromosom liegen acht Genorte in der Reihenfolge 1-2-3-4-5-6-7-8. Bei vier Menschen findet man folgende Abfolgen:
| Person | Abfolge der Genorte |
|---|---|
| P | 1-2-3-4-4-5-6-7-8 |
| Q | 1-2-6-5-4-3-7-8 |
| R | 1-2-3-7-8 |
| S | 1-2-3-4-5 (6-7-8 hängt an einem anderen Chromosom) |
- Ordne jeder Person die passende Chromosomenmutation zu.
- Deute die möglichen Folgen der Veränderung bei Person R.
- Vergleiche Chromosomenmutationen mit Genommutationen.
- Beurteile die Aussage: „Eine Inversion wie bei Person Q ist harmlos, weil kein Gen fehlt.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
P: Duplikation (Genort 4 doppelt), Q: Inversion (3-4-5-6 umgedreht), R: Deletion (4-5-6 fehlen), S: Translokation (6-7-8 auf einem anderen Chromosom).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Bei R fehlen die Genorte 4, 5 und 6. Die zugehörigen Genprodukte können nur noch vom homologen Chromosom gebildet werden — ihre Menge ist halbiert oder sie fehlen ganz, wenn dort ein defektes Allel liegt. Das kann Merkmale deutlich verändern (vgl. Katzenschrei-Syndrom).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Gemeinsam: Beide verändern das Erbgut dauerhaft und betreffen viele Gene auf einmal; beide können bei der Keimzellbildung entstehen. Unterschied: Bei Genommutationen ist die Zahl der Chromosomen verändert, bei Chromosomenmutationen der Bau einzelner Chromosomen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Aussage stimmt nur teilweise. Oft hat die Person selbst keine Beschwerden, weil alle Genorte vorhanden sind. Liegt eine Bruchstelle aber mitten in einem Gen, ist es zerstört. Außerdem können sich die Chromosomen in der Meiose schlechter paaren; Keimzellen mit fehlenden oder doppelten Abschnitten werden häufiger.
