Jede Befruchtung mischt neu
Jedes Kind derselben Eltern erhält eine andere Mischung ihrer Erbanlagen.
- Rekombination:Neukombination vorhandener Erbanlagen — es entstehen keine neuen Gene, aber neue Mischungen.
- Meiose:von jedem Chromosomenpaar kommt zufällig das väterliche oder das mütterliche Chromosom in die Keimzelle.
- Crossing-over:homologe Chromosomen tauschen in der Meiose Stücke aus — die Mischung wird noch feiner.
- Befruchtung:welche Eizelle mit welcher Spermienzelle verschmilzt, ist ebenfalls Zufall.
Jedes der n Chromosomenpaare liefert unabhängig eines von zwei Chromosomen.
Der Mensch hat 23 Chromosomenpaare.
Jede der Eizellen kann mit jeder der Spermienzellen verschmelzen — ohne Crossing-over schon rund 70 Billionen Möglichkeiten.
Allgemein für n Chromosomenpaare.
Kombinationen bei n Chromosomenpaaren: Keimzellen \(2^{n}\), befruchtete Eizellen \(2^{2n}\)
Vielfalt als Vorteil
Vielfalt kostet etwas — und zahlt sich aus, wenn sich die Umwelt ändert.
- Ungeschlechtlich:ein Elternteil, Nachkommen sind genetisch gleich (Klone) — schnell und ohne Partner.
- Geschlechtlich:zwei Eltern, jeder Nachkomme ist genetisch einzigartig — aber Partnersuche kostet Zeit und Energie.
- Vorteil Vielfalt:ändert sich die Umwelt (neuer Krankheitserreger, Kälte, Trockenheit), überleben meist einige Individuen.
- Beispiel:Blattläuse vermehren sich im Sommer ungeschlechtlich, im Herbst geschlechtlich.
Zwei Wasserfloh-Populationen starten mit je 10 Tieren: links eine Klon-Population, rechts eine geschlechtlich vermehrte mit vier verschiedenen Abwehr-Typen. Wähle, welchen Typ ein neuer Erreger ab Generation 6 befällt, und starte mit ▶ — oder gehe Generation für Generation weiter.
Halte fest: Ohne Erreger wächst die Klon-Population schneller. Trifft ein Erreger ihren einzigen Typ, bricht sie zusammen — die vielfältige Population verliert nur einen Teil und erholt sich.
Allgemeine Hinweise
Nicht verwechseln
Rekombination mischt vorhandene Erbanlagen neu. Neue Erbanlagen entstehen nur durch Mutation.
Rechnen mit 2 hoch n
Zwei Möglichkeiten je Chromosomenpaar: Bei n Paaren multiplizierst du n-mal mit 2.
Klone sind nicht schlechter
In gleichbleibender Umwelt ist ungeschlechtliche Vermehrung schneller und oft erfolgreicher.
