Das Pfeilkraut
AFB I–IIDas Pfeilkraut wächst am Ufer und im Wasser. Pflanzen desselben Stocks bilden an Land pfeilförmige Blätter, unter Wasser lange, bandförmige Blätter. Setzt man Samen einer Landpflanze ins Wasser, entstehen wieder bandförmige Blätter.
- Nenne den Fachbegriff für die unterschiedlichen Blattformen.
- Begründe deine Zuordnung mit dem Samenversuch.
- Erläutere, inwiefern die Fähigkeit zu zwei Blattformen trotzdem eine Angepasstheit ist.
- Vergleiche das Pfeilkraut mit dem Kaktus, der auch im feuchten Gewächshaus Dornen bildet.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Es handelt sich um eine Modifikation, also eine Anpassung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Die Nachkommen einer Landpflanze bilden im Wasser Bandblätter. Die Blattform wird also nicht vererbt, sondern hängt von der Umwelt ab.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die Fähigkeit, je nach Umwelt verschiedene Blätter zu bilden, ist erblich. Pflanzen mit diesem Spielraum überlebten an wechselnden Wasserständen besser; so wurde er über Generationen häufiger.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Beim Kaktus sind Dornen erblich festgelegt und bleiben auch in feuchter Umgebung — eine Angepasstheit. Beim Pfeilkraut hängt die Blattform von der Umwelt ab — eine Anpassung auf Grundlage einer erblichen Fähigkeit.
Die Hinterbeine der Wale
AFB II–IIIWale stammen von landlebenden Säugetieren ab. Heutige Wale besitzen keine äußeren Hinterbeine; bei manchen findet man im Körper kleine Reste von Beckenknochen. Ein Schulbuch aus dem Jahr 1900 schreibt: „Weil die Wale ihre Hinterbeine im Wasser nicht mehr benutzten, bildeten sie sich zurück.“
- Gib an, welche Evolutionstheorie das Schulbuch vertritt.
- Erkläre den Rückgang der Hinterbeine mit den Evolutionsfaktoren.
- Beurteile die Formulierung des Schulbuchs aus heutiger Sicht.
- Nimm Stellung zur Aussage: „Wale haben sich an das Leben im Wasser angepasst.“
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Die Erklärung entspricht der Theorie von Lamarck (Vererbung erworbener Eigenschaften durch Gebrauch und Nichtgebrauch).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
In der Population gab es erblich unterschiedlich ausgebildete Hinterbeine. Tiere mit kleineren Hinterbeinen schwammen stromlinienförmiger und sparten Energie, hatten mehr Nachkommen; über viele Generationen wurden kleine Hinterbeine häufiger, bis nur Reste blieben.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die Erklärung ist falsch: Nichtgebrauch verändert die Erbanlagen nicht. Heute erklärt man die Rückbildung mit zufälliger Variabilität und Selektion in der Population.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Umgangssprachlich verständlich, fachlich ungenau: Gemeint ist eine Angepasstheit, die über viele Generationen in Populationen entstand — nicht eine Anpassung einzelner Tiere. Besser: „Wale sind an das Leben im Wasser angepasst.“
