Angepasstheit ist nicht Anpassung
Im Alltag heißt beides „angepasst“ — biologisch sind es zwei verschiedene Vorgänge.
- Angepasstheit:erbliches Merkmal, das Überleben und Fortpflanzung in einer bestimmten Umwelt begünstigt — z. B. das weiße Fell des Schneehasen im Winter.
- Entstehung:in einer Population über viele Generationen durch Mutation, Rekombination und Selektion.
- Anpassung:Veränderung eines einzelnen Lebewesens während seines Lebens als Reaktion auf die Umwelt (Modifikation) — nicht erblich.
- Beispiele Anpassung:Bräune im Sommer, mehr rote Blutkörperchen im Hochgebirge, kräftigere Muskeln durch Training.
- Spielraum:wie stark sich ein Lebewesen anpassen kann, ist selbst erblich — die Fähigkeit zur Anpassung ist eine Angepasstheit.
Angepasstheit: erblich, Ergebnis der Evolution einer Population. Anpassung: nicht erblich, Reaktion eines Individuums.
Evolution richtig erklären
Evolutionäre Erklärungen scheitern oft an der Sprache.
- Absicht:„um zu“, „damit“, „wollten“: Lebewesen verändern sich nicht zielgerichtet — Evolution hat kein Ziel.
- Lamarck-Fehler:Was ein Tier im Leben erwirbt (Muskeln, längerer Hals durch Strecken), wird nicht vererbt.
- Individuum:Nicht das einzelne Tier verändert sich, sondern die Häufigkeit der Merkmale in der Population.
- Richtige Kette:Variabilität → Vorteil in der Umwelt → mehr Nachkommen → Merkmal wird über Generationen häufiger.
Baue eine richtige evolutionäre Erklärung: Wähle einen Baustein aus (Klick oder Enter) und lege ihn in das passende Feld. Drei Bausteine sind Fallen. Mit den Knöpfen im Balken wechselst du das Beispiel.
Halte fest: Eine evolutionäre Erklärung beginnt mit erblicher Vielfalt in der Population, nennt den Vorteil in der Umwelt und endet mit mehr Nachkommen über viele Generationen — ohne Absicht und ohne Vererbung erworbener Eigenschaften.
Allgemeine Hinweise
Vorsicht mit „um zu“
Schreibe nicht „Der Eisbär wurde weiß, um sich zu tarnen“, sondern „Weiße Bären hatten einen Vorteil und mehr Nachkommen“.
Erblich oder nicht?
Frag dich: Hätten die Kinder das Merkmal auch ohne die Umwelt der Eltern? Dann ist es eine Angepasstheit.
Angepasst heißt nicht perfekt
Angepasstheit gilt nur für die jetzige Umwelt. Ändert sie sich, kann ein Vorteil zum Nachteil werden.
